Aphrodisiakum oder Aphrodisiaka
09.10.09 (Information, Wissen)
Aphrodisiakum ist die von der griechischen Göttin Aphrodite abgeleitete Bezeichnung für Mittel zur Steigerung der Libido, der sexuellen Begierde und des sexuellen Lustempfindens. Der Wunsch danach ist uralt. Bereits in ägyptischen Schriften – etwa 2000 v. Chr. – finden sich Rezepte für aphrodisierendes Essen und Trinken.
Zu allen Zeiten und in allen Kulturen wurden verschiedene Substanzen als Aphrodisiaka verwendet und beschrieben. Eine Wirksamkeit nach wissenschaftlicher Definition ist dabei nicht immer nachzuweisen, vielmehr definieren sich viele Aphrodisiaka nach kulturanthropologischen und ethnowissenschaftlichen Gesichtspunkten.
Eine Substanz kann als Aphrodisiakum verwendet sein, weil sie entweder
a) eine pharmakologische oder psychoaktive Wirkung hat
b) symbolische eine kognitive Struktur aktiviert (Gestaltlehre)
c) oder auf sinnlicher Ebene sensorisch aktiviert
Die erste Gruppe a) der überlieferten Aphrodisiaka haben durch ihre biologisch aktiven Inhaltsstoffe tatsächlich eine Wirkung, z.B. die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit häufig gebrauchte Spanische Fliege durch ihr Gift Cantharidin oder auch die Rinde des afrikanischen Yohimbe-Baumes, die bei Einnahme durch die enthaltenen biologisch wirksamen Yohimbin-Alkaloide stark durchblutungs- und erektionsfördernd wirkt. Ein neuzeitliches Aphrodisiakum dieser Klasse ist Viagra.
Auch alle rauscherzeugenden Substanzen wurden als Aphrodisiakum verwendet, z.B. Extrakte aus Nachtschattengewächsen (Alraune, Bilsenkraut, Stechapfel, Tollkirsche, Engelstrompeten), alkoholhaltige Getränke oder Cocablätter. Seit tausendenden von Jahren ist der Gebrauch von Ephedrakraut (Ephedrin), Mohn (Opium) und Hanf (Cannabis) dokumentiert.
Den Aphrodisiaka der Gruppe b) wird eine Wirkung aufgrund der äußeren Form zugeschrieben, z.B. Spargel oder Nashornhörner. Diese Mittel wirken nicht aufgrund ihrer chemisch-pharmakologischen Eigenschaften, sondern es wird ihnen durch ihre Gestalt eine Wirkung nachgesagt.
Sensorisch aktivierende Aphrodisiaka der Gruppe c) sind z.B. Düfte wie Sandelholz, Ylang-Ylang oder Moschus sowie Früchte (Erdbeeren, Feigen,…) und auch die an feuchte Schleimhaut erinnernden Austern.
Kein Aphrodisiakum wirkt beim Zeitunglesen oder Rasenmähen; Aphrodisiaka sind Gewürze für Sex und Erotik. Streng wissenschaftlich wirken lediglich Viagra und Yohimbe nachweislich.
(aus: Sexarbeiter-Lexikon aus sexworker.at)















