Ejakulation
In den östlichen Lehren bedeutet die männliche Ejakulation stets einen Verlust von vitaler Energie. Sowohl im Tantra als auch in der traditionellen chinesischen Medizin wird die Auffassung vertreten, dass ein Mann die Häufigkeit seiner Ejakulation nach dem Vorrat an vitaler Essenz regulieren sollte. Auch heute werden in der chinesischen Medizin sexuelle Exzesse des Mannes als potentiell krankheitsmachend angesehen.
Tantrismus und auch andere östliche Lehren kennen daher Techniken der Ejakulationskontrolle beim Mann. Diese Lehren betonen, dass der westliche Standpunkt, Sex als Wettlauf zum Höhepunkt zu betrachten, sowohl physisch als auch psychisch einschränkend ist. Im Gegensatz dazu ist es nach den Auffassungen des Tantra möglich, beide Partner auch ohne Ejakulation des Mannes wieder und immer wieder zu neuen Höhen der Exstase zu bringen.
Nach der taoistischen Lehre haben häufige Ejakulationen des Mannes erschlaffte Gliedmaßen, eine sehr trockene Kehle, dröhnende Ohren und ein Nachlassen des Hörvermögens zur Folge. Im Gegensatz dazu werden bei einem Mann, der am Tag ein dutzendmal liebt, ohne dabei zu ejakulieren, alle Krankheiten geheilt; außerdem wird seine Langlebigkeit gesteigert. Die Auffassung ist zugegebenermaßen extrem, zeigt aber im Kern die grundsätzliche Haltung des Ostens zur Ejakulationskontrolle.
In chinesischen Schriften aus dem 5. Jh. n. Chr. wird der gelbe Kaiser von drei Frauen in die Kunst des Liebens eingeführt. Eine dieser Frauen wird in manchen Übersetzungen als das einfache Mädchen, in anderen als die Frau der Reinheit bezeichnet. Sie erklärt: Niemand darf sich zur Ejakulation zwingen. Ein Mann schädigt jedesmal sein gesamtes körperliches System, wenn er sich zur Ejakulation zwingt.
Weiter zitiert die Frau der Reinheit: Ein vitaler Mann von dreißig Jahren kann es sich leisten, einmal täglich zu ejakulieren; ein schmächtiger gleichen Alters sollte es nur alle zwei Tage tun. Starke Männer von vierzig können alle drei Tage ejakulieren, schwache nur alle vier Tage. Starke fünfzigjährige können es unbesorgt alle fünf Tage tun, während schmächtige eine Pause von zehn Tagen benötigen. Ein starker Mann von sechzig kann ohne gesundheitliche Schäden alle zehn Tage ejakulieren, aber schwache Männer dieses Alters brauchen einen abstand von zwanzig Tagen. Ein starker Mann mit siebzig Jahren kann ohne Schaden einmal im Monat ejakulieren, während schwache Männer dieses Alters es gar nicht mehr tun sollen.
Ein Paar kann großen Nutzen daraus ziehen, wenn es lernt, seine physischen Orgasmen und die Ejakulation zu kontrollieren. Es ist jedoch nicht notwendig, nicht einmal ratsam, sich auf Dauer jeglicher Ejakulation zu enthalten. Eine zeitweilige Ejakulationskontrolle des Mannes kann jedoch zu einer für viele Paare neuen Art Sex auf transzendentaler Ebene führen.
Beachtet bitte auch meine Ergänzungen zum Thema Ejakulation in dem Folgeartikel: Ejakulation Fortsetzung















