Erektion und Willen
24.11.09 (Information, Männer, Wissen)
Eine Erektion kann kaum willentlich ausgelöst werden. nein, alle Männer, die ich gefragt habe, haben mir sogar bestätigt, dass der Versuch, eine Erektion willentlich herbeizusehnen oft das Gegenteil bewirkt: Es geht gar nichts mehr. Zwang hilft überhaupt nichts. Auch durch Angst rückt eine mögliche Erektion immer weiter in die Ferne. Viele Männer, die gewöhnt sind, Probleme mit Willenskraft zu lösen, kommen damit oft überhaupt nicht zurecht. Und glauben dann, mit einer blauen Pille ist alles wieder gut. Mitnichten!
Damit eine Erektion entsteht, ist zuerst einmal innere Bereitschaft und Entspannung nötig. Kommen dazu dann die erforderlichen äußeren Reize, steht “er” auch schon. Viele Männer wissen nicht, dass erst durch die innere Entspannung die äußeren Reize, wie ein Geruch, eine Berührung, ein Anblick oder eine Stimme “ankommen” können. Das Gehirn schüttet dann bestimmte Botenstoffe aus und der Parasypathikus wird aktiv. Die Ausschüttung der Botenstoffe kann eben nicht willentlich gesteuert werden.
Diese Botenstoffe verlangsamen Atmung und Herzschlag, vertiefen die Entspannung und öffen unter anderem die zuführenden Blutgefäße zum Lingam. Arterielles Blut strömt in den Schwellkörper, vergrößert das Volumen des Lingams und übt zugleich Druck auf die Venen aus, so dass weniger Blut abfließen kann. Das Volumen des Lingams steigt auf ein Vielfaches an, er wird steif und hart, eine Erektion ist entstanden.
Auch im Schlaf macht der männliche Körper dieses “Lingam-Service”: Etwa alle zwei Stunden bekommen schlafende Männer eine Erektion, ohne äußere oder innere sexuelle Erregung. Das ist bloß eine regelmäßige Probe-Erektion, die der Körper von alleine auslöst.
Weil von Männern Leistung auf allen Ebenen verlangt wird, geben sie sich auch oft in der Sexualiät dem Leistungsdruck hin – mit fatalen Folgen. Erstens macht es keinen Spaß mehr, und zweitens lässt es die Natur oft gar nicht zu: Eine Erektion entsteht nämlich nicht durch Anstrengung, sondern durch Entspannung, durch die die sexuellen Reize erst als solche wahrgenommen werden können.















