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Entspannung durch Tantra

Missbrauchsopfer und Tantra

26.03.10 (Frauen, Information, Männer, Wissen)

Täglich hören und lesen wir neue Berichte über sogenannte Missbrauchsopfer. Die meisten von uns reagieren mit Hass- und Zorngefühlen auf die Täter und mit großem Mitleid für die Opfer. Bei vielen von uns tun sich jedoch noch andere Gefühle auf.

Erinnerungen an die eigene Kindheit, an eine eigene Beziehung kommen hoch. Fragem die man damals für sich selbst abgestellt hat, statt sie zu beantworten. – Bin ich selbst ein Missbrauchsopfer? Wie war das damals wirklich?

Und ab wann bin ich ein Missbrauchsopfer? Niemand bezweifelt, dass es sich z.B. bei einer Vergewaltigung um Missbrauch handelt. Doch wie ist das, wenn man zwangsweise gestreichelt und berührt wird? Nicht einmal an intimen Stellen, sondern oft im Gesicht oder großflächig am ganzen Körper? Ist das dann Missbrauch? Immer wieder und immer wieder…..

Dieser Abscheu, dieser Ekel, dieser Hass….  Die Tante, der Onkel….  Erinnerst du dich an dieses Gefühl der Ablehnung, das bald zu Angst vor dieser Person wurde? Aber Mama und Papa sagen, es ist gut, er/sie sei besonders lieb. Mama und Papa haben immer recht. Das wussetst du. Und die Tante, der Onkel, die waren ja wirklich lieb.

Trotzdem entstand in die eine Aggression gegen diese Person und manchmal auch gegen deine Eltern. Du wolltest nicht geküsst, gedrückt und gestreichelt werden. Da Papa und Mama aber immer recht haben (so das natürliche Empfinden eines Kindes), da die Tante, der Onkel ja vielleicht nur lieb waren, gab es nur einen, der Schuld war. Du!

Das Gefühl, das jetzt in dir entstand, war eine Mischung aus Angst, Hass und eigenem Schuldempfinden. Lange hat dich dieses Gefühl verfolgt. Irgendwann ist es dann verschwunden oder verdrängt, und durch die ständigen Berichte über Missbrauchsopfer war es jetzt plötzlich wieder da, und damit die auch die Frage – bin oder war ich böse, oder war ich ein Missbrauchsopfer?

Du warst ein Missbrauchsopfer!!! Jede Überschreitung deines persönlichen Intimbereichs ist eine Form von Missbrauch. Es ist wichtig, dass du das für dich klärst! Nicht um deine Tante, deinen Onkel oder deine Eltern zu verurteilen, sondern um deinen eigenen Frieden zu finden. Dann kannst du sicher sein, dass dein Hass, dein Zorn und deine Aggression berechtigt war.

Die tantrische Lehre will uns zu selbstbewussten, eigenständigen Menschen erziehen. Sie will uns auf unsere Stärken und unsere Größe hinweisen. Du bist du und das ist gut! Du bist ein göttliches Wesen, du wirst geliebt und darfst dich selber lieben! Du hast Rechte. Niemand darf dich zu etwas zwingen, dich in irgendeiner Art und Weise körperlich oder seelisch erpressen.

Wenn dir so etwas oder ähnliches passiert ist, dann bist du ein Missbrauchsopfer. Deine Gefühle waren und sind berechtigt. Du bist nicht Schuld. Das ist enorm wichtig für dich zu wissen.

Denn damit kannst du dieses Kapitel deines Lebens abschließen. Du kannst nun dein Wissen und deine Erfahrung nützen um solche Situationen bei dir und bei anderen rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Schau nicht zu, wenn du Missbrauchsopfer erkennst und hüte dich selbst davor, die emotionalen und körperlichen Grenzen deiner Mitmenschen, deiner Kinder und deines Partners zu überschreiten. Schütze dich selbst und schütze dein Gegenüber. Denn du hast an deinem eigenen Körper erfahren, wie schlimm es ist, ein Missbrauchsopfer zu sein.

Nina

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Ein Kommentar

  • 1
    Marco:

    Ich glaube die Missbrauchsfälle in der Kirche haben genau den Grund, den du mal angedeutet hast in einem Artikel: Unterdrücke den Sexualtrieb und er meldet sich in den unangenehmsten Situationen – wo es eben nicht passend ist. Das ist die Wurzel des Übels. Was unterscheidet einen Missbraucher von einem Nicht-Missbraucher? Auch nicht-missbrauchende Menschen können Phantasien haben, die sich um sexuelle Gewalt drehen aber SIE SETZEN ES NICHT IN DIE TAT um. Das ist ein ganz wichtiges, ganz entscheidendes Kriterium. Anders als die Kirche, die KEINE Trennung zwischen Phantasie und Tat zulassen will – z.B die Worte von Jesus: Übe in Gedanken Ehebruch und es ist so als hättest du es tatsächlich bereits getan – hat die überwältigende Mehrheit der Menschen da draußen schon in der Kindheit verstanden, dass es diese Grenze gibt und Gedanken an sich niemanden verletzen können. Es sei denn sie werden z.B. zu Papier gebracht aber dann sind sie bereits das Ergebnis einer TAT. Einer bewusst gesetzten Handlung.

    Wie aber wird diese notwendige Grenze gezogen und befestigt? Ich denke durch Wissen. Wissen über die eigene Sexualität ist eine Möglichkeit Phantasien und Bedürfnisse als das zu sehen was sie tatsächlich sind: Natürliche Dinge. Hey. Es ist völlig natürlich Rachegefühle zu hegen gegen LEute die einen bloßstellen oder verletzen. Aber es ist nicht in Ordnung sie in die Tat umzusetzen. Wir alle haben früh als Kinder gelernt, dass dies von der Gemeinschaft nicht tolert wird weil es schädlich ist. Missbrauch entsteht dann wenn ein Mensch dieses Wissen nicht hat und Sexualität als etwas erlebt, was von aussen kommt. Als eine göttliche oder teuflische Kraft die sich der Kontrolle durch den Menschen entzieht. Am Schlimmsten ist es wenn diese Kraft nicht nur als etwas Unkontrollierbares und Fremdes erlebt wird sondern auch dämonisiert wird. Wie z.B. in allen momentanen monotheistischen Religionen und wohl auch in 99,9% aller sonstigen organisierten Religionen. Der erste Schritt diese Grenze zu ziehen und zu halten ist es sich immer zu vergegenwärtigen, dass es a) Sexualität von innen kommt und nicht etwas Unkontrollierbar Mysteriöses ist, und b) Spass und Lust und Sexualität niemals schlecht sind und per se zu achten und zu respektieren. Vergleiche das Wettern des momentanen Papstes und der Bischöfe und Kardinäle über die “Spassgesellschaft” und wie schlecht und schlimm sie ist.

    In einem Urlaub in Griechenland ging ich in einen Touristmusladen und sah kleine steinerne Statuen von Satyr und Dryaden und Nymphen. Alle Satyr standen mit prallen Phalli die drei bis viermal größer waren als der restliche Körper. Das war eine Hommage an die Lust selbst. Und zwar in einer längst versunkenen Spiritualität des Westens!

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